Triebige Hunde brauchen eine harte Hand

"Triebige Hunde brauchen eine harte Hand!"

 

Falsch!!

"Triebig" ist ein Hund, der...

...wahnsinnig schnell auf seine Umwelt reagiert! Nicht mehr und nicht weniger.

  • Damit er schnell auf seine Umwelt reagieren kann, muss er ständig auf der Hut und wachsam sein.
  • Ständige Wachsamkeit hat zur Konsequenz.... - Ich lasse die Leserin und den Leser selber reflektieren, welche Konsequenzen ständige Wachsamkeit mit sich bringt..

 

"Triebige Hunde" brauchen eine "harte Hand" - im Gegenteil!  Sie brauchen

  • Verständnis
  • Feingefühl
  • eine klare, unmissverständliche Kommunikation
  • in Timing perfekte Rückmeldungen des Menschen
  • ausgewogenes Gleichgewicht in
    - körperlicher sowie mentaler Stimulation
    - Aktion sowie Entspannung - und damit
  • Erwartungssicherheit!

Handwerk der positiven Verstärkung lernen, jetzt!

Ein

  • ausgeglichener Alltag
  • keine Unter- oder Überforderung
  • ausgewogene Ernährung (welche bitte unbedingt auch Kohlenhydrate enthält!)
  • auf das Individuum typgerechte!! und massvolle!! Beschäftigung
  • auf das Individuum angepasste Erholungs- und Ruhezeiten

legen das Fundament hin zum Dreamteam Hund und Mensch / Mensch und Hund.

Lernen über belohnend wirkende Konsequenzen geht schnell! Das Handwerk der positiven Verstärkung lässt sich üben:

 

Wissen, wann man was warum tut, ist elementar: frei von Härte und Strafe, dafür  konzentriert, wegweisend, liebevoll und persönlichkeitsgerecht.

Ferrari fahren macht grossen Spass -> wenn wir das Fahren beherrschen!

"Persönlichkeitsgerecht" trainieren bedeutet zu allererst harte Arbeit an sich selbst:

  • Wertfreie Selbstreflektion
  • Wahrnehmung
  • Beobachtungsfähigkeit trainieren
  • präzises Timing und
  • Entscheidungsfreudigkeit, im richtigen Moment das Richtige zu tun.

 

Einen Ferrari muss ich auch erst kennen lernen und das Fahren üben. Ich muss wissen, ob ich vor, in oder nach Kurve Gas geben darf und wie viel davon, ohne dass es mich von der Strasse spickt! :-)

 

So oder ähnlich ist dieses Gefühl für seinen blitzschnell reagierenden Hund zu entwickeln. Ein überreagierender Hund ist ein nicht mehr ansprechbarer Hund. Ist ein Hund nicht mehr ansprechbar, sind die Probleme vorprogrammiert...

Aktive Hunde sind selbstbelohnend -> für den Menschen!

Wir haben eigentlich Spass an Tempo und rascher Reaktion des Hundes, dem "triebigen", nennen wir ihn bei seinem Namen: den aktiven und schnell reagierenden Hund!

 

Wir müssen deshalb ganz fest aufpassen, dass wir Tempo, Qualität und Quantität der Beschäftigung nicht übertreiben. Sonst sind wir wieder am Punkt des in und mit der Umwelt überforderten, über- oder falsch beschäftigten - und nicht mehr ansprechbaren Hund!

Und nur weil der Mensch es übertreibt, soll der Hund mit "harter Hand" angefasst werden....?! Ja bitte, wie fair ist das denn??

 

Je geschickter wir den Alltag und das individuelle Training also gestalten, desto leichter und geschmeidiger ist es, die Kooperation mit diesem Hundetyp zu erarbeiten:

 

Ein zwar typbedingt blitzschnell reagierender, aber nicht überreagierender Hund ist unser Ziel.

Eva Zaugg / im Januar 2016

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Kommentare: 1
  • #1

    lolo (Donnerstag, 30 Juni 2016 15:21)

    ein toller Artikel!

    lolo - die mit dem pinken Ferrari in weiss :-)