"Ich kann dir jetzt den Fuss massieren,...

...dein Problem behebt es aber nicht."

Was hat mein Physiotraining mit deinem Hundetraining zu tun? Es hat so ziemlich alles gemein mit deinem Training. Du kommst zu mir, weil dein Hund z.B. aggressiv ist. Wir können nun zusammen gezielt an und in aggressiven Situationen arbeiten. Es verschafft dir Erleichterung. Weil dein Hund verstummt. Die Lösung aber ist es nicht. Auf Dauer behebt es dein Problem nicht.

Die "Eva" unter den Physiotherapeutinnen

Seit Juni dieses Jahres plagen mich bestialische Fersenschmerzen. Dass ich mir einen Fersensporn eingefangen haben könnte, vermutete ich ziemlich schnell. Langes Ignorieren und das Zähne zusammenbeissen halfen mir aber auch nicht. Meine Bewegungsfreiheit wurde zunehmend eingeschränkt. Frühmorgendliches Aufstehen glich bald einem frühmorgendlichen  auf allen Vieren ins Bad schleppen, langes Stehen, Laufen und schlussendlich überhaupt schon nur Liegen nach einem langen Tag liessen mich immer häufiger aufschreien.

 

Und so konsultierte ich halt doch meinen Hausarzt. Die Diagnose bestätigte meine Vermutung: Plantare Fasziitis. Mein Arzt verschrieb mir Physiotherapie.

Meine Physiotherapeutin muss die "Eva" dieser Gilde sein...! ;-)

Sehr rasch erfasste meine Physio die eigentliche Ursache. Sie "verbiss" sich nicht an meinem geschilderten Problem, meinem Fuss - sondern erfasste mich als Person, meine Bewegungen, meine Tagesabläufe. Und seither lässt sie mich alle "wüsten" Übungen praktizieren und stupst mich an meine körperlichen und mentalen Grenzen, korrekt dosiert weiter und weiter und weiter....

 

Ja, innerlich schimpfe ich.

Ja, ich könnte meine Therapeutin manchmal.....

Ja, es ist anstrengend!!

Ja, Misserfolge ärgern mich.

Ja, ich will diese Schmerzen nicht mehr!

 

Ich stecke mitten im eigenen Umlernprozess und denke dabei regelmässig an meine Mensch-Hund-Teams und frage mich:

 

"Ob die mich vielleicht auch manchmal am liebsten ins Pfefferland schicken möchten, wenn ich sie hin zu ihren Grenzen stupse?!" :-D

Zurück in die Balance!

Wöchentlich fühle ich mich wie in meinem eigenen Hundetraining. Wöchentlich höre ich praktisch die selben Worte und Sätze, wie du sie bestimmt von mir gehört hast (sofern du bei mir im Training bist oder warst).

...

"Ich kann dir heute deinen Fuss massieren. Dein Problem, die Fussschmerzen behebt es auf Dauer nicht! Du musst zurück ins Gleichgewicht kommen. Du kannst nun deinen Körper stabilisieren oder künftig weiter auf allen Vieren ins Bad rutschen."

...

 

 

Ich bin glücklich, auf die "Eva" der Physiotherapeutinnen gestossen zu sein! :-)

Erfolg hat 3 Buchstaben: T-U-N

Will ich bald wieder beschwerdefrei in der Landschaft rumhüpfen, so bin ich mir also selbst lieb und trainiere regelmässig und bewusst. Im Bewusstsein, dass ich die Schmerzen loswerden will und damit auch loswerde.

 

  • Ich lerne geduldig zu sein, mit mir gnädig zu sein, wenn ich nach einem 12-Stunden-Arbeitstag "einfach nicht mehr kann". Dafür packe ich es halt am nächsten Tag wieder. Ich weiss ja, wie ich zurück zu meinem Wohlbefinden finde.
  • Ich lerne in meinem Prozess, dass ich auch nach einem 12-Stunden-Arbeitstag die kleinen kurzen Übungen mit enorm grosser, nachhaltiger Wirkung praktizieren kann.
    Schlicht. Einfach. Ohne Vorbereitungsaufwand.
  • Statt mich auf meine Fussschmerzen zu konzentrieren, zu jammern und zu schimpfen..., tu ich sie halt einfach - meine Übungen...

Hör auf, dein Hundeproblem zu fokussieren

Verbeisse dich nicht an deinem Hundeproblem, aggressiven, ängstlichen, jagenden oder was auch immer Hund! Betreibe keine Kosmetik! Ursachen ignorieren, cachieren oder zu deckeln sind auf Dauer keine Lösung. Finde die Ursachen für die wahrnehmbaren, störenden Symptome "Aggression", "Angst", "Jagen" oder was auch immer.

 

Arbeite, mildere und/oder beseitige diese Ursachen*).

 

Glaube mir, das Leben mit Hund wird ziemlich zügig (wieder) einfacher, leichter und schöner auf dem richtigen Weg.

 

*) nicht mit Kraft, sondern Köpfchen und zeitgemässem Training, positiver Verstärkung!

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