Jungle in the City

Die Stadt hat durchaus Potenzial für reich und sinnvoll gestaltete Abenteuerausflüge mit Hund. Wenn wir uns

  • etwas in sein Fell einfühlen,
  • auf seinen Blickwinkel einlassen,
  • seine individuelle Belastbarkeit gut einschätzen können,
  • Ermüdungserscheinungen rechtzeitig wahrnehmen -
  • und schlussament den Rundgang gut ausbalanciert in Dichte und ruhigeren Zonen gestaltet wandern,

sind Ausflüge in die Stadt ein spannendes Abenteuer - gemeinsam mit Hund.

1. In der Stadt? An die Leine bitte!

Möchtest du mit deinem Hund einen Jungle in the City Ausflug machen, dann gehört er unbedingt und ausnahmslos an die Leine. Zu seiner Sicherheit. Und zur Sicherheit aller anderen.

Dabei bevorzuge ich persönlich die 5m Leine, die ich in dichteren Zonen auf 2m kürze, in lockeren Zonen aber auch wieder auf die volle Länge nachgebe, und damit mehr Bewegungsradius ermöglichen kann. Dabei ist mir das korrekte Leinenhandling enorm wichtig: Ich lasse die Leine nicht schleifen!

 

2. Volle Konzentration: Auf deinen Hund und eure Umwelt!

Es ist deinem Hund gegenüber unfair, ihn auf deine Shoppingtour mit zu schleppen. Insbesondere dann, wenn du ein festes Programm vor Augen hast und vielleicht noch etwas unter Zeitdruck stehst. Gerade Hunde, die noch wenig Stadt-gewohnt sind, sollen dieses "Habitat" im eigenen Tempo kennen lernen dürfen. Gemeines Shoppen macht echt viel Spass! Besonders im Hundezubehör-Fachgeschäft :-) (nimm dein grosses Portemonnaie mit... ;-) )

 

Das Anbinden vor Geschäften empfehle ich übrigens nicht. Ich lasse Sindra nie unbeaufsichtigt vor einem Geschäft warten! Ich hätte so keine Kontrolle über die Geschehnisse und setze meinen Hund nicht alleine auf sich gestellt eventuell bedrohlich empfundenen Situationen aus! Gefahren- und Unfallprävention nennt sich das auch.

 

Stadtausflüge sind toll - wenn du dir für euch beide ausreichend Zeit und damit Erkundungsraum schaffst!

(Es versteht sich von selbst, dass du deinen Hund nicht auf die Kirmes, den Weihnachtsmarkt und andere Festivitäten mitschleppst. Das sind definitiv schlechte Orte, um den Hund mitzunehmen.)

3. Ausreichend Kotbeutel dabei!

Nichts ist so peinlich wie ein Kackerl mitten auf der Bahnhofstrasse.....

 

Nach Möglichkeit kann sich deshalb dein Hund vor dem Stadtausflug bereits an geeigneter Stelle versäubern. In aller Ruhe. Für die eventuellen Notfälle hast du Beutel dabei. Und du putzt die Hinterlassenschaften bitte auch auf.

 

Das zeugt nicht nur von Respekt und Anstand. Sondern vor allem von verantwortungsbewusster Hundehaltung.

4. Werde selbst ein wenig zum Hund...

...und versuch dich einzufühlen.

 

Du darfst dich auch gerne auf seine Kopfhöhe niederkauern. Um seine Perspektive einzunehmen. Und vielleicht verstehst du es, weshalb Hunde eigentlich gerne Bögen um Menschen und andere Hunde laufen, wenn sie könnten und nicht wie angeklebt "bei Fuss!!" Passanten kreuzen müssen.

 

Es ist deshalb sicherlich sinnvoll, wenn dein Hund Seitenwechsel auf Signal kennt. Du erleichterst es ihm ungemein, ihn nicht in konfrontierende Situationen laufen zu lassen.

 

 

Der Ausflug soll schliesslich Spass machen. Beiden. Ihr seid gemeinsam. Im Dialog.

5. Lerne seine Sichtweise kennen - und sei dabei achtsam

Es ist gar nicht zwingend nötig, den Hund um Strassenlaternen Slalom zu laufen, auf Mauern balancieren zu lassen... Nettigkeiten, die freundlich trainiert Spass machen. Unbestritten.

 

Bei Jungle in the City geht es mir aber um viel, viel mehr: Achtsamkeit! Und Aufmerksamkeit dem Hund gegenüber.

 

Es gibt viele, viele spannende Dinge zu entdecken. 

Schau deinen Hund gut an. Er erzählt dir ganze Buchbände, was ihn interessiert und was er entdecken möchte. Wie er sich dabei fühlt. Was ihn freut, was ihn ekelt, wo er weg möchte von, wo er hin kann.

 

Solange es nicht verboten ist (z.B. ein bestimmtes Geschäft mit Hund zu betreten), nicht gefährlich ist (vorausschauend und rücksichtsvolles Unterwegs sein ist unabdingbar!), geh mit deinem Hund jene Wege, die er erkunden möchte.

 

Ich wette mit dir, du wirst Ecken, Kanten und Mauern deiner Stadt kennen lernen, die du noch gar nie so wahrgenommen hast...! ;-)

6. Weite  und Luft ermöglichen

Ich lebe mit Pipps in der Stadt. Sie kennt sie wohl besser als ich meine eigene Hosentasche, möchte ich jetzt mal so gerade hinaus behaupten.

Sie bewegt sich sicher und gelassen (ich habe auch alle möglichen und wirklich unmöglichen menschlichen Fauxpas trainiert, um ihr "Mensch" und damit Ruhe beizubringen).

 

Die Ausflüge verlangen viel Konzentration von uns beiden ab.

Deshalb ist es mir sehr wichtig, Weite und Luft zu ermöglichen. Ich fahre mit ihr oft aus der Stadt. Auf's Land. Wo sie sich frei bewegen kann. Und so wie ich auch, ihre Sinne zur Ruhe kommen lassen kann. 

Wie immer: Zusammen. Im Dialog.

Literaturtipp:

Alexandra Horowitz, erschienen bei Springer Spektrum

Von der Kunst, die Welt mit anderen Augen zu sehen

11 Spaziergänge und das Vergnügen der Aufmerksamkeit

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